18. Dezember 2018: Deirdre Starr Trio

von Christian (Kommentare: 0)

Was am Dienstagabend im Folkclub Prisma auf der Bühne zu erleben war, lässt sich nur unzureichend in Worte kleiden. Die irische Sängerin, Pianistin und Concertina-Spielerin Deirdre Starr zog gemeinsam mit Robert Tobin (Querflöten, Whistle) und David Leahy (Kontrabass, Harmonium) das voll besetzte Auditorium in ihren Bann. Und das nicht nur mit ihrer engelsgleichen Stimme, sondern auch mit der kunstvoll arrangierten Musik, die vor allem durch ihren entschleunigten Charakter wirkte.

Im Gepäck hatte das Trio englische Carols, irische Slow Airs und die unverzichtbaren Jigs und Reels. Da waren nachdenkliche Lieder wie „The snows they melt the soonest“ oder „Kilkelly“, einem traurigen Lied in Briefform, in dem Deirdres einfühlsame Stimme den Schmerz der Personen greifbar machte. Aber auch Liebeslieder, die sich nicht unbedingt reimen müssen, gefolgt von einem Slow Air auf der Tin Whistle, die Robert Tobin als Meister seines Fachs zum Singen brachte. Passend zur Saison gab es ein „Christmas Mash-up“ aus „The holly and the ivy“ und „The Saint Day Carol“ sowie „The seven rejoices of Mary“, in dem der Freude Mariens über ihren Sohn Ausdruck verliehen wird.

Es sei dahingestellt, ob irische Jigs mit ihrem 6/8-„Riggedy-jiggedy“- Rhythmus tatsächlich die weibliche Seite der irischen Folkmusik repräsentieren, während der 4/4-Takt von Reels eher der Männerwelt zugeschrieben wird. Letztere ließen jedenfalls bei Weiblein und Männlein gleichermaßen die Füße zucken. Doch auch Klassiker wie „Green grow the rushes O“ von Robert Burns oder „The Sally Gardens“ und „The song of wanderin Aengus“ von W. B.Yeats, durften nicht fehlen. „The Coventry Carol“, welcher in den entspannt interpretierten „Butterfly“-Slip Jig überging, versetzte wieder zurück in weihnachtliche Stimmung.

Mit einer mehrteiligen Zugabe aus „Farewell my friends“ und „Mary and the soldier“ von Paul Brady sowie einer dreisprachigen Interpretation von „Stille Nacht, heilige Nacht“ verabschieden sich die Musiker von ihrem verzauberten Publikum. Es war ein wundervoller Abend, der in der leider meist hektischen Weihnachtszeit wohltuend zur Ruhe kommen ließ.

smo

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