Weg zu innerer Harmonie

von Christian (Kommentare: 0)

8. Februar 2022: Nadia Birkenstock

Auf musikalischer Wanderung mit Nadia Birkenstock

Harfenklänge berühren tief und wirken entspannend auf die menschliche Psyche. Eine Klangtherapie der besonderen Art bot der Folkclub Prisma zum Saisonauftakt am Dienstagabend mit der Harfenstin Nadia Birkenstock. Die Global-Music-Award-Preisträgerin zählt im Bereich keltische Harfenmusik zur Spitze in Europa. Sie führt ihr Publikum durch musikalische Landschaften und bezaubert mit eigenen Kompositionen, wobei sie ihrem Instrument Töne von überirdischer Schönheit entlockt, glänzend wie Kieselsteine im klaren Wasser eines Bergsees und in Harmonie mit der akustischen Kulisse des „Aquariums“ im Gasometer.

The glow within - mit innerem Glühen und einem ersten Gänsehautmoment (dem noch einige folgen würden) beginnt die musikalische Reise. Dem Sehnsuchtsstück folgt Come sit down beside me, ein Liebeslied aus dem 18. Jahrhundert. Hindernisse, Spielchen und Verwicklungen inklusive. So geht Flirten „anno dunnemals“: Zunächst Desinteresse vortäuschen, dann klappt’s auch mit dem Happy End.

Spesbourg, stimmungsvolle Betrachtungen einer Landschaft in den Vogesen, gehen Hand in Handmit kraftvollen Balladen wie Follow the Heron, einem Frühlingslied der schottischen Folk-Singer-Songwriterin Karine Polwart.

Nadia Birkenstock begeistert durch ihr scheinbar müheloses Spiel mit Tempo und Dynamik. Einer schimmernden Perlenkette gleich reihen sich Tunes wie The Banks of the Suir und A la source, welches die Künstlerin mit kniffligen Herausforderungen für Harfen-Elev*innen spickte. Mystische Klänge begleiten uns auch auf Wegen durch Zauberwälder und Moore: Across the moor/Der Weg durchs Moor (mit deutschem Text von Anett Kuhr). Gleich dem einen geradlinigen Pfad durch das Moor, der sich auf hölzernen Planken durch die Landschaft windet, könnte das Leben sein und uns die Mühe ersparen, irgendwo abzubiegen oder sich an Gabelungen für einen Weg entscheiden zu müssen. Ein Ziel dahingegen hat Sagittaire (der Schütze), der auf seinem Weg durch magische Wälder nach goldenen Sternen sucht und vor Augen führt, dass sich die lateinische Sprache durchaus für modernen Gesang eignet.

Eigene Kompositionen wie Travel song, in dem das Mondlicht tanzt und A Trip to the Islands halten sich in kosmischer Balance mit flotten Tunes von den Inseln: Marnie Swanson & Fanny Power nebst einer Serie neckischer „Banjo tunes“: Angeline the Baker/Red haired boy/Harvest Home (hornpipe)/The handsome couple.

Mit unerschöpflicher Kreativität schafft es Nadja Birkenstock mit The days to come, auch in düsteren Zeiten Hoffnung zu geben und verabschiedet sich mit der wehmütigen, träumerisch-leichten Lady of Gollorus von ihrem Publikum.

Danke an Nadia Birkenstock für einen Abend, bei dem sich die zahlreichen Zuhörer entspannt zurücklehnen und alle Sorgen für einen Moment vor der Tür lassen konnten.

smo

 

Zurück

Kommentar schreiben